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Myofunktionelle Therapie bei Kindern · Funktion lernen, nicht nur trainieren

Myofunktionelle Therapie: Was steckt dahinter?

Der Begriff fällt oft erst, wenn schon jemand anderes ihn ins Spiel gebracht hat – die Kieferorthopädie, die Logopädie, der Kinderarzt. Was myofunktionelle Therapie tatsächlich bewirkt und was sie nicht ersetzt, erklären wir hier.

Myofunktionelle Therapie bedeutet: funktionelle Muster gezielt lernen und im Alltag automatisieren.

Konkret geht es um Nasenatmung, Mundschluss, Zungenruhelage, Kauen und Schlucken. Nicht das einmalige richtige Ausführen einer Bewegung ist das Ziel, sondern dass sie zur unbewussten Gewohnheit wird.

Kein festes Alter
Aktives Üben ab Verständnisfähigkeit, sonst spielerisch
Interdisziplinär
Bei Bedarf mit Logopädie, HNO oder Kieferorthopädie
Unser Ziel
Automatisieren, nicht nur einmal richtig machen

Warum Übungen manchmal nicht wirken

Selten am fehlenden Fleiß allein

Wenn myofunktionelle Therapie nicht anschlägt, liegt das aus unserer Erfahrung selten nur daran, dass zu wenig geübt wurde. Meist steckt etwas anderes dahinter:

01

Die eigentliche Ursache wurde nicht erkannt

Zum Beispiel eine weiterhin bestehende nasale Obstruktion, die Training allein nicht lösen kann.

02

Die Übung bleibt im Übungsraum

Die Bewegung wird bewusst richtig ausgeführt, aber nicht ausreichend in den Alltag übertragen.

03

Es fehlt die Automatisierung

Das Kind kann die Zielbewegung bewusst zeigen, aber sie passiert nicht von selbst – in Ruhe, im Schlaf, im Alltag.

Die Konsequenz daraus: Training wirkt nur, wenn die anatomischen Voraussetzungen dafür stimmen. Deshalb steht bei uns die Ursachenklärung immer vor dem Übungsplan.

Unsere Haltung dazu

Zusammenarbeit statt Alleingang

Je nach Befund behandeln wir myofunktionelle Auffälligkeiten selbst oder arbeiten interdisziplinär mit Logopädie, HNO, Kieferorthopädie, Stillberatung oder Physiotherapie zusammen – je nachdem, was für das jeweilige Kind sinnvoll ist.

Ein Punkt ist uns dabei wichtig: Myofunktionelle Übungen allein ersetzen keine logopädische Sprachtherapie bei Artikulationsstörungen. Die Evidenz dafür ist methodisch schwach. Wo Sprache im Vordergrund steht, gehört Logopädie mit an den Tisch.

Wir behandeln, was in unseren Bereich fällt; wir verweisen dahin, wo es besser aufgehoben ist.

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Unsicher, ob myofunktionelle Therapie das Richtige ist?

Wir schauen uns die Funktion gemeinsam an und sagen ehrlich, was sinnvoll ist – und was nicht.