Kieferentwicklung bei Kindern · Funktion mitdenken, nicht nur Zähne bewegen
Ein schmaler Kiefer, Milchzähne ohne Lücken, wenig Platz für die bleibenden Zähne – solche Beobachtungen führen viele Eltern zuerst zur klassischen Kieferorthopädie. Wir stellen uns vorher eine andere Frage.
„Mich interessiert nicht nur, wo die Zähne stehen, sondern warum sich der Kiefer dieses Kindes so entwickelt."
Wir fragen nicht erst, wie wir einen Zahn bewegen, sondern zunächst, welche funktionellen Bedingungen während des Wachstums vorliegen – und ob Atmung, Zungenruhelage, Schlucken oder Kauen bei diesem Kind zusätzlich berücksichtigt werden müssen. Ein schmaler Kiefer entsteht selten grundlos.
Der Unterschied liegt am Anfang, nicht am Ende: Bevor wir über Zahnbewegung sprechen, klären wir, warum sich der Kiefer dieses Kindes so entwickelt, wie er es tut. Zeigt sich dabei eine relevante dentale oder skelettale Fehlstellung, arbeiten wir eng mit klassischer Kieferorthopädie zusammen.
Konkret etwa bei ausgeprägten skelettalen Diskrepanzen, behandlungsbedürftigen Kreuzbissen, deutlicher Klasse II oder III oder relevantem Platzmangel – die genaue Indikation hängt vom Einzelfall ab.
Je früher eine auffällige Funktion erkannt wird, desto früher kann geklärt werden, ob überhaupt Handlungsbedarf besteht. Der richtige Behandlungszeitpunkt hängt aber vom konkreten Befund und vom Entwicklungsstadium des Kindes ab – nicht von einem festen Alter. Die richtige Therapie zur richtigen Zeit für das richtige Kind: Das gilt hier genauso wie bei allen anderen Themen, mit denen wir arbeiten.
Atmung und Kieferentwicklung hängen häufig zusammen.
Funktionelles Training als Teil der Begleitung, wo es sinnvoll ist.
Eine eingeschränkte Zungenfunktion kann die Kieferentwicklung mitbeeinflussen.
Warum wir zuerst nach der Funktion fragen, bevor wir über ein Trainingsgerät sprechen.
Wir schauen uns Funktion und Wachstum gemeinsam an – und sagen ehrlich, ob und was zu tun ist.